Scheitern für Anfänger

Scheitern für Anfänger

Podcast by Scheitern für Anfänger

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00:00:00: Lieber Scheiterhaufen, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Scheiternveranfänger hier auf YouTube oder auf den gängigen Podcast-Plattform.

00:00:07: Ich hoffe es geht durch gut und starte direkt mit einer Frage an euch.

00:00:10: Diskutiert ihr noch?

00:00:12: Oder überhaupt im Internet?

00:00:14: Ich mach das jetzt schon über ein Jahrzehnt und bin dementsprechend relativ früh mit Beleidigungen, Mordfantasien und anderen schlimmen Dingen konfrontiert gewesen.

00:00:23: aber damals hatte man mir gesagt ja... Das ist halt das Internet!

00:00:27: Es hat mich schon damals etwas wütend gemacht, denn nee es ist nicht das Internet.

00:00:31: Das sind Menschen und das wurde in den letzten Jahren finde ich immer deutlicher.

00:00:35: Denn es sind nicht mehr gesichtslose Einzelfälle die man einfach ignorieren sollte oder doch?

00:00:40: Immer mehr junge Menschen besonders junge Männer radikalisieren sich im Internet und auf Social Media.

00:00:45: neue Plattformen und neue Algorithmen die zwangsläufig nicht jeder versteht sorgen dafür dass man innerhalb von kürzester Zeit Inhalte angezeigt bekommt wie das eigene Verhalten Feind- und Weltbild prägen.

00:00:56: Menschen werden edoktrainiert, rassistische und sexistische Ansichten werden durch manipulativen Content übernommen.

00:01:02: Toxische Männlichkeit ist hier wahrscheinlich in paar Leuten schon ein Begriff.

00:01:05: Mein heutiger Gast Casper Weimar stellt sich gemeinsam mit dem Kollektiv onlinetheater.live nicht nur den Radikalisierungsprozessen.

00:01:12: klett nicht nur über funktionsweisen Plattformen und Algorithmen auf.

00:01:15: Er reflektiert auch die Ästhetiken, die Narrative.

00:01:27: Besonders und vor allem überraschenderweise hat es mir das Konzept der empathiebasierten Gegenrede angetan.

00:01:33: Denn ich habe es fast schon für eine Frechheit gehalten, auch nur in irgendeiner Form Empathie mit meinem Gegenüber zu empfinden, dass mir den Tod wünscht!

00:01:42: Naja abgesehen davon, dass es darum gar nicht geht, hab' ich denn noch mit einer ähnlichen oder abgewandteren Variante tatsächlich ganz große Erfolge erzielt... ...und wenn bis heute fast schon bisschen wütend rum.

00:01:53: Und genau darüber und viele zumehr habe ich mich mit Casper

00:01:55: unterhalten.".

00:01:56: Und als jemand, der sich mit dem Namen Maggie Messer schmückt freut es mich natürlich umso mehr dies heute mit jemandem zu tun.

00:02:01: Der zusätzlich auch noch probiert uns normales das Theater zugänglicher zu machen.

00:02:05: also wenn ihr mittlerweile schon aufgegeben habt zu diskutieren und mit Leuten sich auszutauschen gerade jetzt vor sehr wichtigen Wahlen lasst uns nicht scheitern sondern gemeinsam in dieser Folge besprechen was man tun kann.

00:02:17: denn so wie wir gleich lernen werden ist hoffnungslosigkeit das letzte was wir gerade gebrauchen können.

00:02:22: Dementsprechend hoffe ich, dass auch die Kommentare und auch Reaktionen auf die Folge Empathie basiert sind.

00:02:28: Und würde mich natürlich sehr freuen wenn ihr den Channel auf YouTube aber auch auf den gängigen Plattformen für Podcasts abonniert und gut bewertet!

00:02:35: Aber jetzt lasst uns gar nicht mehr so lange schnacken.

00:02:37: Herzlich willkommen Casper Weimann.

00:02:50: Es war voll schön ey.

00:02:52: Sehr gut das höre ich gerne.

00:02:54: Wie kann es eigentlich zu dem Namen?

00:02:55: Darf ich das fragen?

00:02:56: Maggie Messer?

00:02:57: Ja, ich wollte nicht mehr mit meinem Klarnamen tatsächlich auftreten.

00:03:02: Und... Ich bin großer Berthold Brechtfällen und mag auch die drei Groschenoper aus mehreren Gründen weil er eben gesagt hat also er hat die zwar geklaut muss man ja auch mal dazu sagen.

00:03:13: das habe ich leider erst im Nachhinein erfahren.

00:03:16: aber ich fand Es ist so toll, dass er versucht hat damals das Theater eben auch den Leuten von der Straße irgendwie zugänglich zu machen.

00:03:26: Und es hatte alles ein bisschen...

00:03:27: Checker.

00:03:28: Ja, wie schön!

00:03:29: Es ist auch so interessant weil Mackey Messer ja dieser Charakter ist.

00:03:32: Es gibt dir diese Adolid, wo es so ist und der Heilfisch, der Herr Zähn und die Träger im Gesicht.

00:03:36: doch Mackeys hat ein Messer und das Messer sieht man nicht.

00:03:39: Ich find's so witzig, weil es passt zum Thema oder nicht?

00:03:41: Also es passt voll zu diesem Thema rechter Einflussnahme oder maskulinistischer Einflussename.

00:03:47: Welche Messer sieht man nicht?

00:03:48: Welche Messer verbergen sich?

00:03:50: Ohja, das ist schön.

00:03:51: Das fängt gut an.

00:03:54: Ich habe tatsächlich auch schon die erste Frage, die da auch ein bisschen in so eine Symbolik reingeht und zwar kommt nicht von mir.

00:04:00: Sondern die erste frage stellt immer der letzte Gast oder die letzte Gäste.

00:04:04: Geil!

00:04:05: Und... Die Person wusste ja nicht dass du es bist.

00:04:08: ich wusste das auch nicht und die Frage war Bist Du der Boxer?

00:04:12: Oder der Boxser?

00:04:15: Ooh!

00:04:16: Ooh!

00:04:17: Ein bisschen random aber ich finde

00:04:21: auch das passt.

00:04:22: Also ich möchte mich natürlich weder noch verorten und sagen sozusagen, ich möchte die Person sein... ...die sagt dass Boxsecke keine Menschen sind.

00:04:35: Sondern Boxsekke-Boxsecke bleiben!

00:04:37: Und das vollgute ist Boxsecken zu hauen und nicht Menschen.

00:04:40: Das heißt, ich will auf gar keinen Fall der Boxsack sein.

00:04:43: Und mache mich auch hoffentlich nicht zu einem.

00:04:48: Und ich bin der Boxer, aber ich hau wirklich auf den Boxag ein und versuche nicht auf andere Menschen einzuhauen.

00:04:53: Ja, ja... Ich fand die Frage und das Bild so schön weil ich glaube es wird ja momentan eben so vielen vermittelt dass man auch nicht der Boxak sein soll sondern eben der Boxa gerade wenn's um die Frage geht.

00:05:05: also ist ja alles in Kampf mittlerweile für viele besonders junge Männer und da dachte ich mir ja das passt heute auch ganz gut So rein, tatsächlich habe ich die Frage beantwortet mit.

00:05:18: Ich glaube ich bin auf der Boxsack.

00:05:22: Scheiße!

00:05:24: So, das war so mein erster Moment.

00:05:26: Aber ich arbeite daraufhin vielleicht nicht nur immer der Boxsack.

00:05:29: Vielleicht bin ich auch beides?

00:05:30: Ich

00:05:30: weiß.

00:05:31: Darf ich dazu direkt was sagen, was vielleicht ein bisschen fast zu tief eintraucht schon?

00:05:34: Also ... Was ich halt gemerkt habe als eine Person die selber teilweise Ziel von so rechten Hassattacken online geworden ist oder würden also jetzt nicht so krass oder nicht so viel wie wahrscheinlich viele andere.

00:05:47: irgendwie merke ich aber dass dass die Leute nicht auf mich eindreschen, also das machen sie dann schon.

00:05:58: Aber irgendwie sondern auf das Konzept was Sie von mir haben.

00:06:02: und dieses Konzept haben sie gelernt von zum Beispiel rechten Netzwerken, antifeministischen Netzwerke, queerfeindlichen Netzwerkel, die halt irgendwie sozusagen Stimmung erzeugen gegen Leute.

00:06:12: und das heißt wenn Leute auf mich eindreschen hilft mir die Perspektive, dass sie eigentlich nicht auf ich ein dreschen sondern auf Konzept, basically von mir.

00:06:21: Das macht natürlich den Schaden, den ich dadurch kriege nicht kleiner aber das hilft mir darauf zu reagieren auf eine Weise.

00:06:26: You know what I mean?

00:06:27: Ja vor allem wenn man es dann doch persönlich nehmen sollte, dann hilft das extrem.

00:06:34: Ich nehme da auch direkt ein Thema vorweg, das habe ich zwar erst für später geplant, aber es passt grad so gut wegen dem empathiebasierten... Empathiebasierte

00:06:43: Gegenrede?

00:06:43: Genau!

00:06:47: Mir ist auch aufgefallen, weil ich irgendwann angefangen habe eigentlich aus so einer Verzweiflung heraus mit den Leuten nett zu schreiben.

00:06:53: Weil ich mir dachte was anderes bleibt mir irgendwie gar nicht mehr übrig.

00:06:56: Ich hab mich auch gemerkt krass die sind nicht auf mich sauer wie du es gerade gesagt hast also die beleidigen am Anfang.

00:07:03: aber wenn ich dann so weiter nachfrage und lieb bin und so weiter Dann kommt meistens raus dass sie eigentlich mit ganz anderen Dingen Probleme haben und dann besprechen wir das Und dann entschuldigen die sich sogar bei mir.

00:07:15: Das war für mich mindblowing, weil eigentlich wollte ich sie erst verarschen in anfühlen Strichen und sagen ... Wenn Sie z.B.

00:07:22: sagen, ich bin hässlich, dann sag ich ja, ich wollt nicht eh operieren lassen was würdest du an meiner Stelle ändern?

00:07:29: Dann sind die am Anfang zwar schon so hey bist du crazy das ist mit dir falsch aber sie merken plötzlich was es bedeutet wirklich zu sagen hey du bist hässlig also dass das eine Wirkung auf die Person auch hat

00:07:40: Voll!

00:07:40: Das ist halt so krass, weil es gibt halt genau dafür gibt's halt Studien die genau das rausgefunden haben.

00:07:45: Also sozusagen man hat so den.

00:07:47: also in seiner Social Media Umgebung in der so Missachtung oder Hass total normalisiert ist, hat man sehr, sehr schnell immer so den Gegenfront parat.

00:08:00: Also sozusagen man will immer zurück fronten auf eine Weise und da gibt es halt einfach Studien die belegen dass das zu einer weiteren Verhärtung führt was ja auch logisch ist wenn man mal drüber nachdenkt irgendwie und daher kommt eben auch dieses empathiebasierte Content oder dieses empathiezierte Gegenrede auf eineweise ...

00:08:16: so gute Erfahrungen, die ich jetzt auch damit gemacht habe.

00:08:18: Ich weiß nicht ob ich es anderen raten könnte,... ... weil ja da so viel... also wenn zum Beispiel eine rassismusbetroffene Person ist,... ... dann weiß ich nicht, ob ich ihr sagen kann,... ..."Hey, red doch mal nett mit der Person", weil die Wut,... ... das ist nämlich auch so ein Paar, der irgendwie zu der Reise dazugehört.

00:08:34: Manchmal darf die Wutt auch da sein und es werden auch jetzt paar Leute zuhören... ...und sich fragen, Maggie seit wann bist du nett zu den Leuten?

00:08:40: Weil ich auch voll oft... voll reingehe, voll auf Mutter gehe.

00:08:44: Auf alles!

00:08:45: Ich weiß es ist falsch aber ich habe so eine Wut in mir...

00:08:48: Ja und ich glaube die muss auch total raus.

00:08:51: Es ist auch total wichtig dass diese Wut raus kann.

00:08:54: Ich glaube es gibt verschiedenste Formensaktivismus und alle sind irgendwie wichtig.

00:09:00: also was meine Antwort darauf ist eigentlich so ne Eli-Ship.

00:09:04: Also ich gehe zum Beispiel nicht in Kommentarspalten, in denen queerfeindlicher Hass stattfindet.

00:09:09: Ich gehe und schreibe der Gegenrede rein aber ich als so weiße Person also als Kartoffel kann halt sehr gut in die Kommentarspalten gehen an den rassistische Hetze passiert weil da bin ich halt nicht getroffen von dem Hass.

00:09:22: Da gibt es eine Form von Allyship, die man üben kann und die da hilft.

00:09:27: Ich merke nur bei diesen Angriffen an mich selber, also das versteh ich total.

00:09:31: Und vor allem hängt es auch davon ab wie viel kriegt man eigentlich ab?

00:09:35: Also wenn ich jetzt ein Video... Also ich habe jetzt so eins zwei drei Videos die wirklich krass viral gegangen sind, die ich gemacht hab wo ich dann irgendwann einfach nicht mehr reingucke.

00:09:46: So richtig was da irgendwie so passiert.

00:09:47: aber solange es in unserem Rahmen bleibt der so übersichtlich bleibt merke ich dass ich ... ein besseres Gefühl hatte danach, wenn ich so empathiebasiert reingegangen bin und zwar gar nicht so sehr um die Leute zu... um die Leute zu überzeugen von irgendeinem Gegenteil.

00:10:07: Sondern aus dem Gedanken heraus, dass wenn ich Content gestalte, dann mache ich so wie mehrere Bühnen auf.

00:10:15: Also mein Video ist einerseits, was sich hochladet und eineseits eine Bühne, da präge ich so ne Geschichte.

00:10:22: aber weil dieses Video hochgeladen wird auf ner Plattform an denen es halt Kommentarspalten gibt mach' ich auch die Kommentarspalten als Bühn auf.

00:10:31: Was für eine Erzählung will ich hier in diesen Kommentarspalten eigentlich nach vorne bringen?

00:10:36: Ich weiß nicht, ob du es auch kennst vom eigenen Social Media Verhalten.

00:10:39: Die Kommentarspalten gehören einfach dazu ganz besonders auf so TikTok oder so.

00:10:44: Kommentarsspalten sind halt Teil der Erzählungen immer und diese Erzählungen versuche ich immer mitzugestalten und da hilft mir das irgendwie weil... Also ich muss mich da auch ein bisschen von mir lösen!

00:10:54: Ich muss da verstehen dass ist so ne Figur oder so eine Rolle die ich da spiele im Video Und die Leute reagieren auf die Figur und auf die Rolle, nicht auf mich.

00:11:02: Das ist ein bisschen hilft mir der Gedanke.

00:11:04: Ich check aber voll wenn das einfach nicht hilft.

00:11:06: Wenn es superpersönlich ist und man es zum tausendsten Mal gehört hat dann soll man sich damit auch nicht beschäftigen sondern irgendwie auf eine Allyship setzen oder so.

00:11:17: Manchmal geht man ja auch in Videos wirklich nur wegen den Kommentaren, also in die Kommentare Spalte.

00:11:21: Es gibt ja diesen Spruch ... Ich bin nur hier wegen dem Kommentar, weil die schon viel besser sind als das Video selbst.

00:11:26: Auf jeden Fall!

00:11:27: Ja auf jeden Fall.

00:11:28: Da schiebt sich auf jeden fall auch so ein Content gerade hin, ne?

00:11:31: Genau.

00:11:33: Ich hab nur immer Angst dass wenn ich jetzt so empathiebasiert gegen rede zum Beispiel im Fall von Rassismus, dass Leute das lesen und denken... Was ist mit Maggie denn gerade los?

00:11:47: Weil da denke ich mir noch manchmal, ja es eigentlich ein zweiter Account wäre vielleicht ganz smart.

00:11:52: So ein

00:11:54: Fake-Account oder so.

00:11:55: Das hängt ja bei dir auch natürlich an was ja sozusagen als Maggie eine Corporate Identity also sozusagen zu Maggie gehört ja vielleicht auch so Form des Aktivismus.

00:12:03: der hat ein bisschen frontet und ein bisschen Annekt somässig.

00:12:06: das ist glaube ich dann eher für die Leute die nicht selber irgendwelche crazy CIs haben.

00:12:13: Äh, ähm ... Sondern heißt das

00:12:16: C.I.?

00:12:17: Ich

00:12:17: weiß es nicht aber

00:12:19: ich ... Du weißt was ich meine oder?

00:12:21: Ja, aber ich hab das tatsächlich nicht, ich bin ...

00:12:23: Ah, Corporal identity!

00:12:25: Ich würd sogar bei mir sagen dass ich mir gar nicht als eine Kunstfigur oder als eine ... Als eine Creatorin in dem Kommentar dann einen Gedanken mache sondern viel zu sehr im Privaten bin.

00:12:35: Also das... Ich müsste mich eigentlich eher mehr am Riemen reißen weil ich glaube als Privatpersonen schreibt man dann vielleicht doch noch mal anders.

00:12:43: Aber das ist auch gerade nur so eine Phase, wo ich bin.

00:12:45: So ne Wutphase...

00:12:46: Es geht ja auch immer nicht darum bei Empathiebe Settegegenrede den Leuten zuzustimmen!

00:12:52: Es geht ja sozusagen, eigentlich geht es um zwei Dimensionen der Empathie.

00:12:55: Also das ist jetzt was ich jetzt erzähle.

00:12:56: Das ist ein Wissen von so einer Schweizer Forschungsgruppe die heißen Stop.

00:12:59: Die haben sich selber Stop Hate Speech genannt und die haben da eben verschiedene Studien zugemacht dass auch nicht die einzige Forschungs Gruppe die dazu Studien gemacht hat und das belegt hat aber die haben eben Studien gemacht und die auch noch in einer Wissenschaftskommunikation eben so dann kommuniziert, dass man wirklich so wie so kleine Handlungsanleitungen bekommt.

00:13:19: Also das ist wirklich eine total empfehlenswerte Seite.

00:13:22: So StopPageSpeech.ch ist das und die sagen zum Beispiel es geht da um zwei Dimensionen der Empathie und das eine ist ne empathische Gesprächsöffnung zu suchen also sowas Also, die der Person auf die man antwortet oder unter der man antwortet hat irgendwie signalisiert.

00:13:43: Man versteht dass sie auch... Dass sie ein Mensch ist und irgendwie auch auf der Suche ist und nicht weiß oder auch zu Empathie eine Weise fähig ist also der Personen sozusagen diese Kompetenz ne menschliche Kompetenz irgendwie so zumessen.

00:13:56: Und dann geht es darum Empathies mit der Betroffenen- oder Opfergruppe Der Gewalt sozusagen herzustellen.

00:14:04: Nicht Empathied mit sozusagen der Person die Hass Missachtung verbreitet, sondern eine Empathie mit der Opfergruppe.

00:14:11: Also und darum geht es dann irgendwie?

00:14:13: Dass Leute merken, stimmt man kann auch nicht hasserfüllt oder missachtungserfüllt sozusagen reden miteinander.

00:14:21: Ja voll!

00:14:22: Wie bist denn du also... Pass auf jetzt muss ich wieder ganz von vorne anfangen.

00:14:26: Wir sind total reingeschlittert.

00:14:27: Aber das müssen wir ausnutzen.

00:14:32: Damit die Leute, und ich glaube das unterschätze ich auch immer wieder erstmal so ein Verständnis für Algorithmen haben.

00:14:41: Ich habe es ja gerade schon im Intro gesagt dass sich dahingehend vieles verändert hat was die Plattformen betrifft.

00:14:47: vielleicht kannst du da einen kleinen Einblick geben.

00:14:50: wie funktioniert so ein Algorithmus?

00:14:52: Und warum kann der auch gefährlich sein?

00:14:55: Große Frage, ja klar.

00:14:57: Also ich kann das glaube ich beantworten für so Hochkant-Video-Plattform also so TikTok, Insta Reels, Facebook Reels YouTube Shorts.

00:15:09: Also wo fängt man denn dann an?

00:15:14: Vielleicht kann man da anfangen dass eben so TikTok so eine Art algorithmischen Paradig... Algorithmus Paradigmenwechsel hervorgerufen hat.

00:15:22: Also eine große, große Veränderung wie so ein Social Media Feed gestaltet wird einfach dadurch dass TikTok ne Oberfläche gestaltet hat mit der man nicht interagieren kann ohne Daten zu hinterlassen.

00:15:34: also früher bevor TikTok kam konntest du dich durch Newsfeed sozusagen bewegen und erst wenn du geliked hast oder erst wenn Du kommentiert hast wusste die Plattform A. dieser Content ist für Ne Person interessant.

00:15:46: um sei Tiktok ist es nicht mehr, ob man liked oder kommentiert das Wichtigste sondern die Zeit, die man auf einem Video verbringt.

00:15:56: Und das ist nämlich was viel viel Unbewussteres also auch ein video.

00:15:59: was ich nicht liken würde was ich mir aber total lange anschaue Merkt der Algorithmus, dass ich das interessant finde oder manchmal... ...dass ich Videos like.

00:16:07: Obwohl ich mir sie gar nicht anschaue weil ich eine Person sein will dieses Video liked.

00:16:11: Du kennst von dir dieses Verhalten so.

00:16:15: Das wird halt bei TikTok oder seitdem TikTok diesen Paradigmenwechsel hervorgerufen hat einfach hat sich ganz, ganz krass verändert.

00:16:23: Weil so ein unbewusstes Nutzer-Innenverhalten viel, viel wichtiger ist das unbewusste Watch Verhalten und das ist halt was, was dann die anderen Plattformen alle übernommen haben also Facebook, Instagram, YouTube... Die haben alle diese Empfehlungsalgorithmen und dieses Zeitauslesen der Leute übernomen.

00:16:42: Das führt eigentlich dazu dass ich so Filterblasendynamiken einfach noch viel krasser, sozusagen verschärft haben und aufgebaut haben.

00:16:52: Und vor allem das ist halt auch das Krasse dass man so Communities bildet mit Leuten die man gar nicht kennt.

00:16:59: also allein dadurch es gibt jetzt zum Beispiel das Video A und das Video a habe ich forty fünf Sekunden lang angeschaut und irgendeine Person Irgendwo, die ich gar nicht persönlich kenne hat sich dieses Video auch fünfundvierzig Sekunden lang angeschaut.

00:17:13: Und dann merkte Algorithmus dass wir uns ähnliche Videos eine ähnlichen Zeit anschauen und deswegen spielen sie uns immer testen Sie an uns was die andere Person sozusagen mag Und so bild ich mit der Person, obwohl ich die gar nicht kenne sozusagen wie eine algorithmische Community.

00:17:30: Und das ist und mit algorithmischer Community ist halt auch eine ideologische Community gemeint.

00:17:35: Das verstärkt einfach diese crazy Filterblasen Dynamiken und so funktioniert halt einfach so hochkant Video Plattform aktuell

00:17:43: Ja und es ist nicht mehr so wie früher, dass man Leuten aktiv folgen muss um wirklich Content zu sehen sondern es kann auch passieren wenn man den gar nicht folgt.

00:17:52: Genau genau auf diese Weise ja

00:17:55: ich merke das auch in Diskussionen im Internet ganz stark Eigentlich Argumente immer genannt werden, wo ich mich frag momentan mal.

00:18:01: Warum weiß es die Person denn nicht?

00:18:03: Und das liegt einzig und allein daran dass sie sich in ihrer Bubble betrifft und befindet und ich mich in meiner.

00:18:09: also Ich kenne auch ihre Argumnte gar nicht und frage mich dann her wie kann die bekommt ihr denn jetzt auf so nennen müsst?

00:18:14: und dabei ist Es eine Selbstverständlichkeit für diese bubble So zu reden solche argumenten zu bringen.

00:18:20: Also wir entfremden uns da auch ein bisschen.

00:18:24: Ich kenne es auch von mir, dass ich immer so denke das was ich in meinem Feed sozusagen habe Das wissen jetzt einfach alle.

00:18:29: Also, das ist ja völlig klar.

00:18:31: Das muss man jetzt gar nicht mehr thematisieren!

00:18:33: Das sind Leute völlig bewusst.

00:18:35: und dann manchmal so mit meinen Studies mache ich ein Seminar wo wir uns über aktuelle in welchen Bubbles wir unterwegs sind, so ein bisschen Bubble Update.

00:18:42: wie haben wir einen Format von den Drinnys übernommen?

00:18:44: Geil!

00:18:45: Wo wir uns gegenseitig erzählen in welchem Bubble wir unterwegs waren.

00:18:47: und zum Beispiel gab es das vor Kurzem da war diese oder vor kurzem ist jetzt auch schon einige Monate her Da gab's diese Thomas Gottschalk Sache Mit dieser Bambi-Rede wo er über chair the only women that I ever respected So was ähnliches hat er gesagt.

00:19:00: Und es war so krass, ich dachte das weiß einfach jede jeder und das wusste die Hälfte der Leute im Raum hat das mitbekommen überhaupt.

00:19:08: Das fand ich schon crazy.

00:19:10: Ja total!

00:19:10: Es gibt nicht mehr diesen... Lagerfeuermoment.

00:19:14: Früher hat man um zwanzig Uhr fünfzehn, alle haben dasselbe ungefähr geguckt oder irgendwie hat man auf TV totale oder irgendwie sowas irgendwie so Witze mit bekommen, hat Insider gehabt.

00:19:23: Zimtens finde ich ist immer ein gutes Beispiel und jetzt ist das gar nicht mehr da.

00:19:29: Das ist voll relevant.

00:19:30: also weil diese Zeit dieser Massenmedien sind einfach over.

00:19:35: Wir alle haben ihre eigenen Medien zugängen an.

00:19:38: alle suchen ihrer eigenen Medienreproduktion, das merke ich zum Beispiel auch.

00:19:43: Ich bin so unterwegs in so rechten Netzwerken im Sinn auf so recht den Telegramm Channels und Gruppen und so.

00:19:50: Und auch so in Telegram Chats, in denen halt so keine Ahnung hunderttausend Leute oder so drin sind und da werden dann manchmal News von so Tagesschau geteilt, aber sozusagen gefiltert.

00:20:06: Also es wird sozusagen gesagt die Tagessau berichtet darüber Das und das ist scheiße.

00:20:10: So-und-so denkt die tagesschau darüber.

00:20:14: Und deswegen muss man da jetzt also und deswegen Muss man dass jetzt so und so sehen und dann gehen Die leute von diesen rechten chats auf diesem tagesschaupost und posten da ganz ganz viel hasst runter.

00:20:23: so weil sozusagen diese selbst diese großen medien diese diese öffentlich-rechtlichen Medien, selbst die werden immer wieder durch so ein Filter dann immer erst so angeschaut und durch eine Kritik so angeschaut.

00:20:40: Das Partageschaubeispiel hat sich jetzt nicht auf so... auf so Kritik zur Israel-Palestiner Korrespondenz der Tagesschau bezogen, sondern über andere Sachen die dann in rechten Netzwerken sozusagen sich lustig gemacht wird.

00:20:54: Das

00:20:55: ist ein wichtiger Punkt!

00:20:56: Ja ja,

00:20:57: das meinen wir nicht.

00:20:58: Nein genau, da teile ich die Kritik sehr.

00:21:05: Was bedeutet es denn gerade für junge Menschen?

00:21:10: Also ich kann mir halt vorstellen, oder ich höre das auch zum Teil.

00:21:13: Das Erwachsene gar keinen Einblick mehr haben was ihre Kinder da überhaupt machen.

00:21:18: und die Frage ist jetzt können sie auch in diese Chats?

00:21:21: Sollen die auch in diesen Chats oder sollen die auch mal gucken was auf TikTok passiert?

00:21:28: Also das ist natürlich total viel verlangt und total viel gefragt.

00:21:31: Dann haben wir sofort die Frage stellen, wo fängt das an?

00:21:33: Wo hört das auf?

00:21:35: Sollen sie auch auf TikTok ein Roblox-Profil machen oder bei Robloxes mitzocken?

00:21:41: Sollten Sie in irgendwelche Minecraft-Communities reingehen?

00:21:44: Die Frage ist ja, wo entsteht und zirkuliert Popkultur ... Popkultur ist die Trägerin von Bildung, von Pädagogik.

00:22:01: Von Sozialverhaltensvorbildern oder so und die findet halt überall in diesem Community statt.

00:22:07: Und ich glaube man muss nicht alles machen aber es ist schon sinnvoll mal ein bisschen zu gucken.

00:22:13: Ich beschäftige mich jetzt mal intensiv damit, was eigentlich so einen fünfzehnjähriger Fußballfan auf TikTok ausgespielt bekommt.

00:22:22: und dann treffe ich mit meinen Friends und eine Freundin von mir hat sich mal darum gekümmert, So bei siebzenjährigen in so YouTube, Make-up, Schmink und Lifestyle Tutorials hat irgendwie aktuell passiert.

00:22:42: Und dann tauscht man sich gegenseitig darüber aus was man beobachtet... ...und man tauszt sich auch über seinen eigenen Feed aus!

00:22:47: Ich glaube das muss man schon mehr machen.

00:22:49: Das merke ich auch im Seminar mit meinen Studis dass wir uns darüber austauschen.

00:22:54: Was geht ab?

00:22:55: Weil man ist mit dieser Social Media Nutzung Hypersoziale Situation wo so viele Leute mit Teil nehmen, aber so wenig redet man mit Leuten in der konkreten physisch-sozialen Umgebung.

00:23:07: So wenig über dieses Social Media Experience und was man da eigentlich mitbekommt.

00:23:12: das ist total crazy irgendwie so manchmal Und ich glaube es ist gut sich darüber auszutauschen und auch in andere Babels rein zu gucken Auch mal das Handy zu tauschen und mal den TikTok Feed von anderen Personen durchzuswipe und zu gucken.

00:23:23: wie sind das eigentlich da?

00:23:25: Absolut Jetzt habe ich vorhin auch Menospher, die Doku angesprochen.

00:23:30: Es gibt auch andere Dokumentationen, die sogar ein bisschen besser sind muss ich sagen.

00:23:34: aber das war jetzt natürlich vielleicht auch nicht für jeden, vielleicht war es auch wieder ein Bubble-Ding, I don't know!

00:23:39: Aber doch auch viel besprochen.

00:23:43: was sie jetzt nicht so gut ausgearbeitet haben fand ich war der Fakt auch wie die jungen Menschen überhaupt warum so junge Männer überhaupt diesen Protagonisten aus der, aus der Doku folgen.

00:23:58: Kannst du jetzt aus deiner Arbeit die wir uns auch noch gleich mal angucken sagen was so faszinierend für diese jungen Menschen sind oder was vielleicht auch die Probleme dieser jungen menschen sind dass sie sich an sowas festhalten?

00:24:11: Ja also ich habe die Netflix-Doku noch nicht gesehen.

00:24:13: muss ich sozusagen vorwegnehmen es ist ein bisschen ja meine Warte.

00:24:16: ich glaube man erwartet so leicht das ich da schon gesehen hab aber habe ich noch nicht.

00:24:19: Aber die Erfragen kann ich glaube ich trotzdem beantworten weil's geht.

00:24:21: wenn ich die richtig verstehe gehts darum Was zieht eigentlich an so diesen Man-Fluencern, an diesen maskulinistischen Influencer bros irgendwie so an?

00:24:32: Nämlich an.

00:24:32: Und

00:24:34: ganz kurz darf ich dich da auch noch... Ich finde, es geht auch ein bisschen schon ins Rechte mit dem rechten Gedankengut einher.

00:24:40: Also das eine kann das andere sehr

00:24:43: befördern?

00:24:44: Auf jeden Fall!

00:24:45: Also allein schon wenn man drüber nachdenkt, dass es einfach unglaublich viele gesellschaftliche Interessensträger gibt und unglaublich machtvolle gesellschaftlichen Interessenträger gibt die davon profitieren, wenn jungs-und junge Männer sich so militarisieren Also militärisieren als Metapher oder gar nicht Metaphr, sondern wirklich militarisieren.

00:25:08: Also so wehrhaft werden... Da gibt es einfach so viele starke Interessensgruppen.

00:25:12: Das einerseits ist da halt irgendwie die... die Bundesrepublik und sozusagen diese Demokratie, die über die Werbpflicht jetzt wieder diskutiert.

00:25:24: Und in unserem Grundgesetz steht das eben Männer zum Dienst an der Waffe gezwungen werden können Frauen können zum Dienst nicht gezwogen werden und darauf stützt sich natürlich dann halt auch irgendwie so der Diskurs gerade und spricht halt versucht natürlich alle Menschen irgendwie so anzusprechen aber ganz gezielt für junge Männer irgendwie so sich attraktiv zu machen dafür in den Wehrdienst zu gehen und damit denen einfach ein Identifikationsangebot zu machen, was damit zu tun hat oder was ihnen ermöglicht.

00:25:53: Ich darf jetzt eine Rolle spielen!

00:25:55: Ich bedeute jetzt etwas.

00:25:57: ich meine Stimme oder meine Perspektive ist jetzt irgendwie wichtig auch wenn ich die völlig wegmachen muss weil ich mich zum Soldaten irgendwie so machen muss.

00:26:06: dabei also das ist natürlich ein unglaublich starker Interessensträger halt irgendwie so staatliche Gewalt natürlich.

00:26:13: Ein zweiter sind rechte Netzwerke, die auf eine andere Weise von der Wehrhaftmachung oder Militarisierung junger Männer profitieren.

00:26:21: Weil sie eben basically diese so ein Biologismus nach vorne bringen also sozusagen sagen Männer sind so Frauen sind so und Männer müssen müssen sozusagen ja das Vaterland verteidigen vor den Leuten die dann irgendwie so eindringen würden Und mit denen leuten sind dann halt einfach Black, Indigenous and people of color.

00:26:52: Und gegen die muss sich irgendwie da wehrhaft gemacht werden.

00:26:55: und beide sind halt in der Gestaltung von Social Media Oberflächen einfach extrem...

00:27:00: Machtvoll,

00:27:01: also und haben extrem viel Einfluss und extrem viele Ressourcen und Geld so dafür da.

00:27:06: Und dann gibt es halt einen ganz, ganz großen Teil von so Man-Fluencern, Influenzern die einfach haufenweise Kohle daran verdienen dass sie Jungs und junge Männer in so Einsamkeit Gewalt und auch Blockadeideologien so hineinführen.

00:27:23: Also das ist einfach ein richtig gutes Geschäftsmodell, Leuten zu sagen dass sie das Opfer sind der Gesellschaft und deswegen jetzt sozusagen alleine durchs Leben gehen müssen.

00:27:34: Und Muskeln aufbauen müssen damit Sie sich durchsetzen können.

00:27:37: aber gleichzeitig sind die anderen auch egal und auch die weibliche Anerkennung ist egal, die man sowieso nicht bekommt Und daraus kann man einfach richtig krass verdienen, indem man dann halt Leute in irgendwelche Pyramidensysteme reinholt oder in irgendwelsche Hustlers-Universities reinhohlt.

00:27:53: Oder irgendwelchen ... keine Ahnung ... Proteinshakes und so verkauft nichts gegen Proteinshakes.

00:28:01: ich mag

00:28:02: Proteinschakes

00:28:03: aber so you know what I mean?

00:28:06: Ja, also keine Ahnung.

00:28:07: Man kann ja einfach super viel daran verdienen.

00:28:09: das heißt es gibt einfach unglaublich viele sehr starke Kräfte online diese Jungs und junge Männer da reinziehen.

00:28:16: Und ich glaube was dann für die so anziehend attraktiv daran ist dass sie eben ihnen eine Perspektive Eine Identifikationsmöglichkeit geben in der Zeit in der es halt einfach kaum Perspektiven so gibt.

00:28:29: Also was haben denn junge Menschen ganz auch so junge Männer für eine gesellschaftliche Perspektive.

00:28:36: Aus einer feministischen Position will ich natürlich sagen, ganz viel Männer haben so viele Zugänge bekommen, so total viele zugänge zu vielen Dingen.

00:28:44: das ist aber was... ...was fünfzehn-sechzehn-, siebzenjährige noch gar nicht wirklich checken, noch gar nichts wirklich haben in der Schule auch oft weniger weit sind als die Mädchen zum Beispiel.

00:28:56: Das fehlt da ja noch total.

00:28:57: und da hilft halt diese Diese Orientierung dahin, dass Leute ihnen sagen so kannst du der richtige Mann sein.

00:29:05: So bist du, kriegst du die soziale Anerkennung, die dir auch dein Leben lang versprochen wird als Mann in der Gesellschaft?

00:29:12: Ja ja ich glaube auch dieses Lösungen und vor allem das Gesagt bekommen ist ja auch bei der Bundeswehr so krass.

00:29:19: ganz viele junge Menschen sagen sie wollen da hin weil Es gibt so ein geiles Video.

00:29:25: Ja, dann lerne ich auch mal meine Fresse zu halten sagt der Typ und dann denke ich mir so krass eigentlich willst du nur gesagt bekommen was du tun sollst?

00:29:37: Das ist ja einfach ein sehr angenehmer Gedanke ne?

00:29:39: Okay eine Person kommt gib mir die Lösungen wie du schon gesagt hast und Dann geht es mir vielleicht besser.

00:29:45: und auch dieser Geldaspekt Das sind ja auch ganz oft so Systeme, wo man dir gesagt bekommt.

00:29:50: Ja dann verdienst du auch mehr Geld?

00:29:52: Dann kannst du den geilen Ferrari fahren und dann kriegst du Frauen weil Frauen stehen nur auf Geld.

00:29:58: Und das sind ja eigentlich sehr simple Lösungen aber auch kontraproduktiv, weil es viel wichtiger wäre sich wahrscheinlich auch irgendwie mit diesen Problemen auseinanderzusetzen, dass sie runter zu schlucken.

00:30:12: Niemandem, der einem genau das sagt und es müsste wahrscheinlich dann eine männlich gelesene Person machen weil das ist ja auch eine traurige Tatsache, dass sie auf Frauen dann auch nicht so wirklich hören

00:30:22: wollen.

00:30:23: Ja genau das ist eben der volles Ding.

00:30:25: also es gibt ein paar Leute die das machen und es gibt auch Institutionen die das macht aber die werden kaum gehört weil da dazu kommt noch männliche Sozialisierung in einem patriarchalen System.

00:30:38: Also zu der gehört es halt tendenziell natürlich nicht bei allen und das ist immer spektrum usw.

00:30:45: Aber gehört es so tendenzielle dass man zum Beispiel nur tendenziell auf Männer hört.

00:30:53: Dass man dann soziale Anerkennungen bekommt, wenn man in diesen ganzen männlichen Attributen halt noch besser performt als andere und deswegen man halt auch anderen die offenbar nicht so gut darin performen weil sie zb eine hohe Stimme haben, weil sie flamboyant sind, weil Sie vielleicht gar nicht männlich sind oder aussehen eben denen dann sozusagen keine Kompetenz zu gemessen wird.

00:31:17: Und da trifft sich dann eben so wirklich so aktuelle, aktuelle Situation von so Jungs und jungen Männern in einer Social Media Umgebung.

00:31:27: trifft es sich mit diesen patriarchalen Erwartungen an Männer die historisch sind und sich natürlich über die Zeiten ein bisschen immer wieder veränderten angepasst haben, die aber jetzt halt Ja, in so einer ganz, ich würde sagen gefährlichen Mischungen stehen.

00:31:48: Kann man ungefähr sagen wie lange es dauert bis man sich radikalisiert?

00:31:52: und reicht da wirklich nur Social Media oder müssen dann auch andere Dinge passieren?

00:31:58: Da reicht mit Sicherheit nicht nur Social-Media dafür Und das ist aber nicht so genau zu sagen.

00:32:03: also vor fünf Jahren ungefähr haben wir mit einem Radikalisierungsforscher gesprochen und der hat so gesagt dass das eigentlich sechs Monate braucht, bevor eine Person das erste Mal postet.

00:32:15: Die Frage ist ja ab wann ist es ne Radikalisierung?

00:32:18: Wo fängt die an?

00:32:19: Ab wann kann man sie irgendwie so feststellen?

00:32:21: und oft stellt man halt so Radikalisierungsprozesse von Leuten im Umfeld in dem Moment fest wo sich das erste mal irgendwie öffentlich dazu Verhalten also das erste mal zum Beispiel was posten oder was ausprobieren im freundeskreis und bevor sie das machen geht dem wirklich ein langer zeitraum bevor wo sie nur inhalte konsumieren.

00:32:39: ich weiß nicht ob du es von dir kennst.

00:32:40: also Du bist jetzt so eine person die glaube ich nicht so viel Angst davor hat, auf Social Media irgendwas zu posten.

00:32:47: Möchtest du noch

00:32:49: mehr Angst haben?

00:32:52: Aber kennst du so vielleicht als du angefangen hast oder dieses Gefühl von das erste Mal ein Selfie-Posten, das erste mal einen Text-Posten also das erstemal eine Meinung irgendwie so posten?

00:33:02: Das ist jetzt mit total viel Aufregung verbunden und So ein Gefühl von oh mein Gott, wie reagieren die Leute darauf?

00:33:08: Was bedeutet das?

00:33:09: Wie sehen die Leute mich

00:33:09: danach?".

00:33:10: Das machen natürlich auch Leute, die sich in Radikalisierungsprozessen befinden.

00:33:15: Also sozusagen wenn sie dann einmal so einen Take rausbringen der halt zum Beispiel klar antifeministisch ist oder misogyn oder Xenophob also fremdenfeindlich.

00:33:28: Dann denken Sie natürlich auch darüber nach, wie reagiert das Umfeld darauf.

00:33:32: Da sind ja nicht irgendwelche.

00:33:34: Also das sind ja nicht irgendwelche kruden Monster, zu denen sie plötzlich mutiert sind oder so.

00:33:42: Sondern sie testen natürlich auch aus und da geht aber ein monatlanger Prozess bevor in dem man gefühlt ganz lange nicht reingucken kann eben auch weil wir uns so wenig über unser Social Media Verhalten austauschen miteinander und auch öffentlich darüber austauschnen.

00:33:57: Ich habe aber auch manchmal das Gefühl dass manche mit Absicht provozieren wollen, weil sie gemerkt haben, ah wenn ich was Provokantes sage dann löst das ganz viele Kommentare aus also negative Kommentare aber selbst das ist egal.

00:34:15: Das kam nämlich bei Manusphere so ein bisschen raus dass die Protagonisten das so richtig gemerkt Die wollen eigentlich nur die ganze Zeit provozieren, damit es in irgendeiner Form Aufmerksamkeit gibt.

00:34:25: Weil das ist jetzt eine Währung!

00:34:27: Weil Kommentare sorgen dafür dass dein Video besser durch die Decke geht was ja auch ne ganz schlimme Entwicklung im Grunde ist dieses Rage-Bate.

00:34:35: wo ich dann auch manchmal mich frage sollte man die da nicht einfach ignorieren?

00:34:40: aber das muss man so ein bisschen wahrscheinlich voneinander trennen und das weiß man nicht in welcher Phase sich diese Person befindet.

00:34:47: Ja, also ich glaube im persönlichen Fall würde ich das total versuchen zu ignorieren und diese Form der Aufmerksamkeitsökonomien halt einfach irgendwie möglichst nicht supporten.

00:34:56: Aber aus einer analytischen Perspektive gibt es super viele Leute die darauf genau abfahren und reinfallen und da müssen wir das natürlich kritisieren.

00:35:06: aber eigentlich... hilft es uns mehr, darüber nachzudenken was man für Alternativen schaffen kann.

00:35:14: Was ich finde zum Beispiel eine Alternative geschaffen werden muss ist dass Content Creation als künstlerische oder kulturelle Praxis verstanden werden muss die eben auch irgendeine Form von öffentlicher Struktur sozusagen erhält also z.B.. Die Rolle von Kunst- und Kulturförderung, und freier Kunst und Kultur in so einem demokratischen System, den wir ja irgendwie drin sind.

00:35:43: Ist ja dass sich das eine Kunst oder eine Form von Kultur stattfinden kann die sich in kapitalistischen Verwertungslogiken eigentlich nicht von selber tragen kann.

00:35:56: also es gibt ja zum Beispiel Theater und Museen weil sie sich nicht selber finanzieren könnten.

00:36:01: Sie aber trotzdem wichtig sind für bestimmte Communities, den Erhalt und das Erinnern an bestimmte kulturelle Realitäten.

00:36:14: Es gibt ja einen großen Grund dafür warum es eine öffentliche Kunst- und Kulturförderung gibt.

00:36:19: Und die hat aber... noch nicht so krass Social Media erreicht.

00:36:24: Also es gibt natürlich Funk, die Funkkanäle hat irgendwie zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder so gehören aber das ist ja einfach nochmal ein ganz ganz anderes Feld.

00:36:32: also der öffentlich- rechtliche Rundfunke ist etwas anderes als die Kunst und Kulturinstitutionen die öffentliche Förderung sozusagen bekommen und da finde ich ist noch total viel Luft nach oben dass wir da so resilient sein können weil in dem Moment wo man das macht kann man halt wirklich ... qualitativ hochwertige Content Creation machen, die bei den Lebensrealitäten ansetzt... ...bei Leuten und Leute mitnimmt.

00:36:57: Und irgendwie cooles und zugewandt und einfach was Besonderes ist in dieser Content-Maschinerie, der wir jetzt befinden.

00:37:06: Also wir befinden uns ja literally gerade in einer Zeit, in der wir einerseits geflutzt werden von AI Slop auf der einen Seite,... ...und andererseits von Content Creators QuaterInnen, die verstanden haben dass Content Creation aktuell am besten funktioniert wenn ich möglichst lange fünf Stunden am Tag auf Twitch streame und dann sozusagen eine Community habe die jeden halbminütigen Take von mir zu einem Content sozusagen macht.

00:37:37: Und das ist also so eine Content Machinery und Produktion Content-Quantität, die glaube ich einfach kontradiktet werden kann durch eine öffentlich finanzierte qualitative Content Creation.

00:37:52: Die weniger produziert aber eben Qualität produziert und damit sich in einem sozusagen... Wir heißen das Wettbewerb mit diesem Quantitätscontent.

00:38:07: Und in dem Moment kann der eine Wirkung so erzielen?

00:38:10: Das wäre jetzt mein Ansatz irgendwie ... auf diese Rage-Badetimes in Social Media irgendwie tatsächlich reagieren zu können.

00:38:20: Ja, das ist ein total wichtiger Punkt sogar!

00:38:23: Nur wenn ich Förderung höre denke ich natürlich auch direkt schwarz und so denken wir so oh shit... Wie sollen wir das hinbekommen, ne?

00:38:31: Ja, same.

00:38:33: Das ist was ich jetzt so sage, rechnet natürlich irgendwie nicht mit.

00:38:35: also dass wir uns gerade in der absoluten Faschisierung irgendwie so befinden und Kunst und Kultur auch dann nicht nur von der AfD sondern auch von der CDU sozusagen einfach ja so in ihrer Freiheit eingeschränkt wird.

00:38:47: Da setzt es natürlich voraus, dass es eine Kunstfreiheit gibt und die auch als demokratisches Gut sozusagen erhalten bleibt.

00:38:54: Aber ihr habt dafür nicht schon einen Beitrag geleistet, also mit Hacking the Manusphere.

00:38:59: Das geht ja eigentlich schon in die Richtung zu sagen nur ihr habt ja einen total geilen Kniff reingebracht und da... Da frage ich mich, war das nicht zwischendurch auch schwer?

00:39:08: Weil ihr habt quasi die Elemente der Videos genommen.

00:39:11: Die eigentlich in diesem Menosphecosmos ganz gut funktionieren.

00:39:15: also wo Männer sagen du musst stark sein, du musst hart sein, niemand schenkt dir was ist jetzt nur ein Beispiel es gibt ganz viele Videos zu diesem Thema.

00:39:23: vielleicht schneide ich dir jetzt auch am besten rein damit man da wirklich mal eine Ahnung hat was das überhaupt bedeutet wenn man da nicht darin ist.

00:39:31: aber ihr habt diese Elemente genommen Und habe die aber quasi ein bisschen umgedeutet.

00:39:37: Aber warum?

00:39:38: Also es muss ja voll krass gewesen sein, sich dahin zu setzen und sagen wir machen das jetzt auf dem... auf denselben Stil?

00:39:45: Ja, das haben wir gemacht.

00:39:46: Wir haben die Ästhetik und die Rhetorik aus mannisfier-Contentsachen versucht zu kopieren und dann aber eben Botschaften reingefügt, die wir mit Sozialarbeiterinnen abgesprochen haben Menschen, die sich wirklich kritisch mit einer zeitkünstlischen Männlichkeit auseinandersetzen Und so einfach eine feministische Arbeit würde ich sagen gemacht eine Arbeit, die einfach Leute ernst nimmt und mitnimmt auf dem Weg tatsächlich so patriarchale Geschlechternorm unter denen ja auch Männer erleiden was ja ein Fakt ist.

00:40:23: Die am besten irgendwie überwinden zu können.

00:40:26: Und ich glaube der Grund oder der Grund, weshalb wir das gemacht haben ist nicht weil wir Bock hatten auf diese Ästhetik oder diesen Content sondern der Grund war dass wir uns eben so intensiv mit diesen Algorithmen auseinandergesetzt haben und gemerkt haben.

00:40:39: Dass wenn wir die Ästetik und die Rhetorik und Sprache nicht bedienen wird einfach nicht bei den Leuten landen.

00:40:45: Wir können die einfach nicht erreichen, wenn wir nicht deren Sprache und damit auch ästhetische Sprache sozusagen sprechen.

00:40:52: Und mein, weil Social Media so funktioniert wie es funktioniert, so wie ich es vorhin gesagt habe mit diesen Empfehlungsalgorithmen wo man halt in der ersten Sekunde eines Videos entscheidet ist das für mich?

00:41:03: Wenn da irgendwelche Leute, die sich bis bereits einen maskulinistischen Radikalisierungsschleifen befinden, halt so schlimm es ist aber wenn sie irgendwie im Blue Head Obvious Feminist Person irgendwie so sehen, dann zweiten die halt weiter.

00:41:17: oder denken, okay das ist jetzt die Zielscheibe von meinem Hass, den ich irgendwie abbekomme.

00:41:23: Das mussten wir halt reproduzieren aber haben es tatsächlich geschafft dann dadurch in diesem Bubble zu landen und dann aber innerhalb unserer Videos das wieder ein bisschen zu konfidikten also zu sagen warum muss ich das eigentlich sein?

00:41:34: Warum hörst du nicht zum Beispiel auf die Frauen in deiner Umgebung?

00:41:37: viele haben dir sowas bestimmt auch schon gesagt aber du hörst nicht zu weil du denkst hast immer nur den Bros zu hören so muss so mäßig.

00:41:43: Also dass war diese Idee auch ganz gut funktioniert als ein Modellversuch, den wir drei Monate gemacht haben.

00:41:52: Und welche Rückmeldungen habt ihr bekommen?

00:41:55: Ja, ich würde sagen also fast ausschließlich positive.

00:41:59: Es gab ab... Also die Leute waren total dankbar, haben sich ernst genommen gefühlt, haben sie gesehen gefühelt und haben sich wahrgenommen gefühlede Und konnten auch so gut Hilfeszerselbsthilfe vermitteln?

00:42:12: Also in Kommentarspalten dass man sich gegenseitig auf eine Weise unterstützt ohne diese Coach-Charaktere irgendwie zu brauchen.

00:42:21: Es gab manchmal so ein bisschen kritische Reaktionen und das war eigentlich immer dann, wenn es um Beziehung und Freundin finden oder einen Schlussmachen überwinden.

00:42:39: Also wenn's so um solche Dinge geht... Und man halt irgendwie so Botschaften gemacht hat, die gesagt haben dass Frauen oft eigentlich auch Manchmal nur das Beste wollen und nicht irgendwie so einschränken wollen.

00:42:53: Manchmal natürlich auch da ein bisschen unmiss- oder missverständlich sind in der Kommunikation, aber eigentlich man doch interessiert es daran irgendwie on good terms zu sein miteinander?

00:43:03: Da wurde dann immer so gesagt... ...wurde uns dann immer ein bisschen so Simp behavior vorgeworfen.

00:43:09: also von wegen ja damit kriegste auch keine rum.

00:43:13: Das kam so ein bisschen weil eben so dieses dieses Konkurrieren und weibliche Anerkennung aber auch sich gegenseitig dafür shame, wenn man offenbar um sie kämpft oder so.

00:43:26: Weil das einfach ein starkes Narrativ irgendwie so ist in so patriarchalen Männlichkeitsbubbles irgendwie.

00:43:34: Was war denn die überraschendste Erkenntnis für dich?

00:43:44: Das ist eine Erkenntnis, die ich vorher schon wusste.

00:43:46: Aber die ich dann kennst du diesen Unterschied?

00:43:48: Wenn man eigentlich etwas schon weiß aber es dann emotional versteht

00:43:51: Ja mit Sprichwörtern habe Ich das ganz oft so oder damit zu lernen da denke ich mir ja ich checkte sprichwort Oder ich checke was mir Leute erzählen aber erst in der Situation

00:44:02: wenn Dann fühle ich es irgendwie so nach und dass Es halt so dieses dass leute die Die ich vielleicht vor dem projekt sozusagen als Also, dass es halt einfach Menschen sind.

00:44:18: Das klingt so absurd!

00:44:18: Das habe ich sozusagen theoretisch gewusst aber dann so emotional richtig verstanden zum Beispiel an einer Situation das ist eine Erinnerung, die ich gerne teile bei diesem Thema.

00:44:29: Das hatte in einem Video was wir gemacht haben.

00:44:32: da ging's so darum.

00:44:34: Inhalt des Videos war so.

00:44:35: Du willst, dass deine Freundin dir installöscht?

00:44:37: Bist du völlig bescheuert?

00:44:39: Deine Freundin gehört dir doch nicht!

00:44:40: Warum hast du so einen Besitzdenken oder Anspruchs-Denken an

00:44:43: sie?".

00:44:44: Und da hat jemand runtergeschrieben, hab meine Freundinnen aus Reflex im Keller eingesperrt.

00:44:50: Genau.

00:44:51: Also ein richtig scheiß Frauenfeindlicher Kommentar, wo man sofort... Da fühlt man sich als Maggie Messer bestimmt schon so.

00:44:59: Ja ich wollt grad sagen.. Ich habe schon wieder, ich wollte schon wieder auf Mutter gehen und sagen ja an welchen Keller von deiner Mutter oder was?

00:45:07: Ja

00:45:08: genau.

00:45:12: Diese Reaktion hatten wir erst auch und haben überlegt okay löschen wir den Kommentar oder nicht.

00:45:15: Wir haben dann erstmal etwas versucht und wir haben drunter geschrieben witzig-witzig punktpunkt wie geht ihr in eurer Beziehung mit Eifersucht um?

00:45:24: Und dann hat der gleiche Typ druntergeschrieben Ich weiß nicht, also wir haben uns beides sehr lieb schon.

00:45:32: Also ich würde sagen sie gehört mir aber ich gehöre auch genauso ihr!

00:45:36: Wir gehören uns gegenseitig so und das war irgendwie voll schön das zu lesen weil es irgendwie gezeigt hat und wir haben's dann auch so stehen lassen weil wir das irgendwie kraftvoller fanden dass da eine person die will halt irgendwie witzig sein die will anerkennung bekommen machte halt so ein dumm spruch.

00:45:54: Aber eigentlich steckt dahinter auch nur eine Person, die einfach genauso fucking unsicher ist wie wir alle.

00:46:00: Und genau so in der Welt das erste Mal lebt und in der welt halt irgendwie so Orientierung sucht oder so.

00:46:07: Das konnte man dann halt darüber zeigen und das haben wir halt auch sehr oft gespürt.

00:46:15: Ich glaube es ist voll der schöne Take-Away aus diesem Projekt.

00:46:20: Geht das Projekt dann noch weiter oder habt ihr schon was Neues?

00:46:24: Also wir haben zu diesem Projekt, ich weiß nicht.

00:46:26: Vielleicht ist es interessant für manche dass es jetzt noch bis Juni ist es online.

00:46:30: Haben wir so eine... Ist noch so ein Hörspiel online, was wir dazu gemacht haben.

00:46:33: Das findet man in der Deutschlandfunkmediathek unter dem Stichwort hacking the Manusphere.

00:46:37: Das haben wir daraus gemacht.

00:46:38: Wir versuchen gerade an Geld zukommen, Wir haben mit sechs Kanälen angefangen, drei Kanäle drei Monate gestaltet.

00:46:49: Jetzt wollen wir gerne mit einem dieser Kanäler noch mal so ein Jahr weitergehen und denen auch übergeben an die Person, die dann vor der Kamera zu sehen war, dass sie das alleine weitermachen kann oder mit der Unterstützung von einem Sozialarbeiter in.

00:47:06: Dafür suchen wir gerade eben die Kohle.

00:47:08: Und wir haben jetzt wieder für ein neues Projekt Gelder.

00:47:14: Wir haben einen Antrag gestellt bei der Kulturstiftung des Bundes, dass wir Geld dafür bekommen.

00:47:20: eigentlich sowas vergleichbares mit ganz ganz verschiedenen Bubbles irgendwie so machen können.

00:47:24: Wirklich mal so und zum Beispiel so Tread Wive Bubbles anschauen, so ganz ganz spezifisch nicht nur dass wir uns lustig machen über Tread-Wive Ästhetik sondern auch so gucken was gibt es dafür?

00:47:34: Was wird da eigentlich vermittelt, was wird der Leuten eigentlich gegeben mit oder so auch verschwörungsideologische Bubbles in denen eben ja ... so Deep State Verschwörungen irgendwie passieren.

00:47:48: Was steckt da eigentlich dahinter und kann man das irgendwie hacken, also ästhetisch hacken?

00:47:54: Also mit ganz verschiedenen Bereichen.

00:47:56: zum Beispiel auch eine Idee ist dabei dass wir... über uns fragen wie man in einer Form von so Aktivismus und auch empathiebasiertem Aktivismus in Kommentarspalten machen kann, dass es irgendwie das so eigentlich so Kommentarspalten Trends entstehen.

00:48:14: Und die dann dann so die Runde machen.

00:48:16: also da suchen wir haben wir so ein Antrag gestellt, dass wir so verschiedene künstlerisch praktische Recherchen und so Feldversuche machen können.

00:48:25: Cool.

00:48:26: Mal gucken, ob wir die Kohle dafür bekommen.

00:48:30: Ich drück die Daumen!

00:48:31: Aber es ist ja Gott sei Dank sehr aktuell.

00:48:33: also da müsstet ihr eigentlich sehr gute Karten haben.

00:48:36: aber das spricht vielleicht auch ein sehr naiver Teil von mir gerade was hatte ich denn als private Person irgendwie auch dazu gebracht dass zu machen?

00:48:46: Also hast du da auch ein persönliches Anliegen gehabt?

00:48:50: Verbindest du da selbst etwas mit?

00:48:53: Ja Auf jeden Fall.

00:48:56: Also einerseits so dieses, dass ich zu einer Generation gehöre die mit der Erfindung von Social Media Plattformen groß geworden bin.

00:49:05: also ich bin drei neunzig geboren.

00:49:06: das bedeutet Ich hatte mein erstes Smartphone hatte ich irgendwie erst in der elften zwölften Klasse oder sowas.

00:49:14: ungefähr da hat es angefangen dass man Smartphones hatte.

00:49:19: vielleicht hätte ich auch erst Ja, ungefähr da hatte ich dann so ein Smartphone.

00:49:23: Vorher diese Schiebehandys, diese ganze Schüler-VZ-Schüler-CC, MySpace-Error habe ich irgendwie mitgenommen und dann aber auch diesen Weg zu Instagram und TikTok.

00:49:37: Und das waren halt immer Teile, an denen gesellschaftliche Aushandlungsprozesse stattgefunden haben.

00:49:42: An denen miteinander gestaltet wird wo ich gespürt habe dass das was ich da erlebe sich halt einfach niederschlägt in meinem Leben.

00:49:51: und dann hab' ich mich mit Theater auseinandergesetzt.

00:49:53: also ich komme ja vom Theater Ich hab so Schauspiel studiert und Theater war immer etwas wo man so lernt Oder so habe ich Theater kennengelernt, dass es nicht darum geht alte Stücke zu inszenieren und alte Texte oder so zu sprechen.

00:50:08: Sondern eigentlich sich als eine Gestaltungskraft seiner Wirklichkeit zu verstehen.

00:50:14: Und zwar als eine künstlerische Gestaltungskraft die über wo sie ums Geschichten erzählen und ums Begegnungen gestalten geht.

00:50:23: Also das ist was Theater macht, es erzählt Geschichten und es gestaltet die Begehnung in denen diese Geschichten erzählt werden.

00:50:29: Und das sind halt beides Kompetenzen, die es online total braucht.

00:50:33: also weil online geht's auch ums Geschichten erzählen und online geht es auch darum wie treffen wir uns?

00:50:38: Wie begegnen wir uns miteinander?

00:50:41: Das sind halt Kompetensen wo ich dich gefühlt im Theater gelernt habe Und die wollte ich irgendwie so mit Leuten zusammen, das habe ich nicht allein gemacht.

00:50:52: Mit relativ vielen Leuten, die auch bis dahin in diesem Weg beim Online Theater mitgemacht haben.

00:50:56: Irgendwie Teile und ganz persönlich ist es einfach auch... Also ich komme aus Magdeburg was halt schon eine Großstadt ist aber irgendwie vergleichbar zu den stelle.

00:51:11: ich wohne jetzt gerade im Düsseldorf.

00:51:13: So ist eine kleine Stadt im Vergleich und irgendwie auch so aus einer Familie oder die halt eine sehr, sehr ostsozialisierte Familie auf eine Weise ist.

00:51:27: Und dann bin ich irgendwie so ne Person, die dann irgendwann so nach dem Studium ... Ich hab in Rostock studiert, dann irgendwie so in Westen abgehauen ist oder so.

00:51:33: Auch wenn das alles zwanzig Jahre nach der Wende und spät- und noch... Oder zwanziv Jahre nach da Wende oder sowas war, habe ich das Gefühl dass ich, ähm, dass sich so viel so Ostmentalität in meinen Knochen habe und dann halt irgendwie aber diesen ganzen Blick auf den Osten aus den alten Bundesländern krass mitgenommen habe.

00:52:01: Und denen auch mal ab und zu richtig tolle Hasse, weil das die Leute immer entmündigt und ihnen die Menschlichkeit wegnimmt.

00:52:08: Also dass es auf jeden Fall voll das Anliegen hat sich tatsächlich nicht nur oberflächlich Warum jetzt die AfD in Sachsen-Anhalt aktuell bei knapp vierzig Prozent steht, irgendwie so zu beschäftigen.

00:52:20: Sondern eben auch zu verstehen dass Björn Höcke einfach einen Wessi ist der so nach Erfurt kam und dann gesagt hat ich verstehe euch jetzt alle plötzlich.

00:52:30: also Ich glaube das ist ein ganz ganz großes ganz großer persönlicher Bezug So zu diesem Thema Der mich so beschäftigt wie auch so Ost und West zusammenhängen Und was das Ende dieses Systems, der DDR irgendwie so bedeutet und was für Geschichten und Erfahrungen er Leute da in was für Geschichte und Erfahrung eher Leute da zurückgelassen hat zu diese Wände.

00:52:59: Ja, das beschäftigt mich einfach total viel.

00:53:02: Glaubst du dass deine Sozialisierung trotzdem dann dementsprechend eine andere war auch bezogen auf geschlechter Rollen?

00:53:09: Weil also meine Mama die ist Polin Da ist es viel feministischer zugegangen, aber gar nicht weil die irgendwie... ... jetzt von Feminismus eine Ahnung hatten und geschweibten da irgendwas.

00:53:22: Oder dass Feminismus genannt hätten?

00:53:24: Ja,

00:53:24: genau!

00:53:25: Sondern es waren einfach sehr viele Selbstverständlichkeiten natürlich auch durch die wirtschaftliche Situation klar Frauen haben gearbeitet aber nicht unbedingt weil man gesagt hat Freiheit für alle Frauen ihr dürft arbeiten sondern sie mussten arbeiten.

00:53:38: Es braucht halt Arbeitskräfte.

00:53:41: Aber merkst du das trotz deines Alters?

00:53:44: Weil es war trotzdem noch ein bisschen frisch also...

00:53:47: Auf jeden Fall merke ich das.

00:53:48: Also keine Ahnung, mein größtes feministisches Vorbild ist immer meine Mutter und die würde sich bis heute glaube ich selber jetzt nicht direkt Feministin nennen oder so weil es halt einfach... Das was du gerade gesagt hast resoniert voll bei mir.

00:54:03: aber ja also auf jeden Fall auch wenn in meiner Familie irgendwie.

00:54:11: Ich glaube, Männlichkeit ist ein großes Thema.

00:54:16: Es gibt in meiner Familie eine sehr dominante männliche Linie und Identifikationslinie aus der ich mich versucht habe, so liebevoll rauszuwinden.

00:54:33: irgendwie... ... bei aller Liebe, die ich zu meiner Familie habe auch.

00:54:38: Aber auch gleichzeitig bildet sich auch in meiner Familie halt irgendwie... ...bilden sich halt einfach sehr starke so politische Differenzen ab und auch damit verbundener Schmerz- und Entzweihung usw.

00:54:55: Ich

00:54:58: finde eine Familie bildet voll gut die Gesellschaft ab, wenn man eine große Familie hat.

00:55:02: Ich weiß nicht wie es bei dir ist aber bei uns gibt das wirklich von kleinen Aufgaben eine Vegetarierin und die waren dann auch generell so ein bisschen.

00:55:11: ja damals hätte man gesagt so Öko oder keine Ahnung.

00:55:15: Dann gibt es Leute die vielleicht ein bisschen mehr ins rechte Spektrum gehen oder ziemlich deutlich Und vielleicht auch anfälliger sind für gewisse Verschwörungstheorien und manchmal gucke ich dann so, denkt mir krass.

00:55:27: Das bildet eigentlich das ab was in der Gesellschaft auch abgeht.

00:55:31: aber wenn es natürlich eine kleine Familie ist kann man das wahrscheinlich nicht so gut sagen.

00:55:35: Ja bei mir auch so.

00:55:37: Aber da prägt natürlich immer die Perspektive sozusagen die Deutung.

00:55:42: also weil ich würde schon sagen dass es bei mir in einer Familie Leute gibt die einfach so politisch einfach Ansichten haben die halt irgendwie wirklich wirklich nicht vertreten würde und auch gefährlich finde.

00:55:55: Und ich habe auch nicht so mega viel Kontakt irgendwie, aber andersrum bin ich halt sozusagen das Bild des linken Antifa-Dulis weg.

00:56:09: Aber da

00:56:13: hab' ich gemerkt... Empathie voll viel bringt und zuhören.

00:56:20: Also an Stellen, wo ich eigentlich am liebsten ausgerastet wäre wirklich ausgerastert trotzdem ruhig geblieben bin und Fragen gestellt habe.

00:56:28: das hat mich dieser Person näher gebracht und wieder mehr Möglichkeit gegeben auch ein bisschen einzulenken.

00:56:34: Interessing!

00:56:34: Weil da bin ich zum Beispiel bei meiner Familie teilweise noch gar nicht.

00:56:37: also weil ich lebe einfach einfach auch nicht da Ich verbringe kaum Zeit so in Magdeburg aber Ähm... Aber da ist es bei mir zum Beispiel anders als in den Kommentarspalten.

00:56:51: Jetzt dreht sich sozusagen das, also da ... Das ist zu emotional für mich.

00:56:56: Also es ist zu viel Ballas, es ist so viel Geschichte und auch unverarbeitetes Trauma irgendwie so.

00:57:06: dass ich da einfach noch gar nicht bin und vielleicht auch gar nicht hin will, gerade

00:57:09: als

00:57:10: aktuell so.

00:57:11: Jetzt eigentlich geb es einen Glückskeks aber den haben wir natürlich nicht.

00:57:15: und jetzt habe ich mich gefragt ob du vielleicht meistens in der Zitate im Glücks kekst drinnen ob du ein Zitat hast das dir besonders gut gefällt oder wo du sagst entweder aktuell oder grundsätzlich eins das dich sehr prägt

00:57:31: Ja.

00:57:33: Und das ist eins, ich bin sicher nicht die erste Person, die das gesagt hat aber es ist auch aus einem Gedankengang von mir, aus diesen ganzen Beschäftigungen in Sprung und dieses Zitat ist Hoffnungslosigkeit von Antifaschistinnen ist das wichtigste und stärkste Werkzeug von Faschistsinnen.

00:57:55: Oh!

00:57:57: Bäm!

00:58:00: Das sind Sachen... Das ist ein guter Reminder, muss ich dir ganz ehrlich sagen.

00:58:03: Weil ich bin manchmal kurz vor der Hoffnungslosigkeit.

00:58:05: Yes!

00:58:07: Let's step into Hopecore.

00:58:11: We really don't need hopelessness core.

00:58:15: Das ist das Werkzeug der Feinde.

00:58:16: Ja aber ich habe manchmal das Gefühl... Ich verarsche mich selbst mit dieser Hoffnung.

00:58:20: Also dieses realistisch sein und hoffen als es manchmal nicht

00:58:24: so ganz... Da komme ich aus dem Theater und kann sagen, manchmal ist es schön uns selbst zu verarschen

00:58:29: All right, I'll make it.

00:58:32: Das ist Theater!

00:58:33: Deswegen sage ich ... Ich bin ja so eine Theatermaus.

00:58:36: Also ich hab hier so ein Tattoo mit so Theatermasken.

00:58:39: Ich bin durch und durch Theatermause

00:58:40: Und du hast auch die Ohren hier?

00:58:42: Hab' ich gesehen?

00:58:43: Ja meine Katzenohren habe ich auch als Tattoo.

00:58:46: Ich trage manchmal so Katzen-Ohren in so öffentlichen Auftritten jetzt gerade nicht Aber ich hab die auch als Zitoo.

00:58:50: Ich lieb die

00:58:51: Ich auch

00:58:53: Und du darfst natürlich auch dem nächsten Gast der nächsten Gästen da darfste natürlich auch jetzt eine Frage stellen.

00:59:01: Also ich weiß auch hier nicht, wer es sein wird und ich finde das eigentlich ganz gut dass ich das nicht weiß.

00:59:07: Dann setzen wir genau daran an uns sagen und fragen was gibt die Hoffnung?

00:59:12: Oh ja!

00:59:13: Love it!

00:59:14: Das ist eine große Frage für den Anfang beim nächsten Podcast.

00:59:17: Jaes, liebe ich und es erinnert mich dann wieder weißt du weil ich vergesse auch ganz schnelle Sachen sehr gut Vielen, vielen Dank dass du uns nicht nur einen Einblick gegeben hast sondern ich hoffe auch Leuten so ein bisschen mit den Leuten mitgeben konnten wie sie sich in Zukunft auch vielleicht ob es jetzt die eigene Haltung ist oder auch wirklich in der Praxis engagieren können weil das ja irgendwie eine Form von Engagement.

00:59:42: Ja, also danke schön.

00:59:44: Ich find's voll schön.

00:59:45: Voll schöne Gespräche!

00:59:46: Voll... Also ich kann es immer nicht einschätzen.

00:59:50: Immer wenn ich denke das ist ein gutes Gespräch höre ich mir manchmal an und denk mir auch Maggie was laberst du für eine Scheiße?

00:59:55: Aber Gott sei Dank gehts ja nicht darum was ich sage.

00:59:57: Es gibt ja in erster Linie darum was auch Du sagst.

01:00:00: Ich fand so'n richtig schönes Gespräch.

01:00:01: Ich fands so geil dass wir so geschafft haben voll in so Themen plötzlich rein zu steppen und reinzugehen ohne so Vorwarnung oder ohne so.

01:00:12: Ich hab das Gefühl, wir jumpen so voll rein.

01:00:16: Das mochte ich irgendwie voll.

01:00:17: Sehr gut!

01:00:18: Wenn euch das Video gefallen hat oder der Podcast, dann könnt ihr dem Ganzen natürlich einen Daumen nach oben geben und eine gute Bewertung abgeben.

01:00:26: Schreibt uns auch gerne was in die Kommentare wie ihr ... Warte mal, ich muss ne Frage formulieren.

01:00:32: Was gibt euch Hoffnung?

01:00:33: Ja, das ist super ja.

01:00:36: Und abonniert den Channel aber am Ende folgt eurem Herzen.

01:00:42: Was für ein schöner Slogan, by the way.

Über diesen Podcast

Wir produzieren eine Interviewreihe, in der wir mit Persönlichkeiten aus den
unterschiedlichsten Bereichen über das Tabuthema „Scheitern“ sprechen.
An Hand namenhafter Beispiele zeigen wir, dass jeder scheitert:
Egal ob Sportler, Politiker, Unternehmer, Mutter oder Künstler.
Ein zeitloses Format, das in Videoform und als Podcast erscheint.

Fehlversuche, Neuanfänge, Burnouts, Depressionen,
Entlassungen, Kündigungen. Alles Themen, die
bisher in dieser Form nirgends besprochen wurden,
jedoch überaus real sind.

von und mit Scheitern für Anfänger

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